Pädagogisches Konzept des Tagesheims St. Leonhard

Pädagogisches Konzept der Kita
 
 

Präambel

Die humanistischen Grundannahmen prägt die Betreuungsarbeit:

  • Das Streben nach Autonomie: Jeder Mensch strebt nach Selbstbestimmung und Freiheit.
  • Das Streben nach Selbstverwirklichung: Jeder Mensch hat das Bedürfnis seine eigenen Möglichkeiten zu verwirklichen und auszuschöpfen.
  • Der Mensch ist eine Ganzheit: Jeder Organismus ist eine in sich geschlossene Einheit, die unteilbar ist. Wird diese Einheit zerstört, so entstehen körperliche und seelische Probleme.
  • Menschliches Erleben und Verhalten sind ziel- und sinnorientiert: Alle Erlebens- und Verhaltensweisen des Menschen, alle Aktivitäten sind auf ein Ziel ausgerichtet sowie sinn- und zweckvoll.

Funktionsziel

Das Tagesheim St. Leonhard ist eine Einrichtung zur Planung und Organisation einer bedürfnisgerechten Betreuung von Kindern, die zunehmend die Entwicklung einer eigenständigen und unverwechselbaren Persönlichkeit / Selbstwirksamkeit ermöglicht.
Die Eltern werden darin bestärkt, dass ihr Kind zunehmend positive Lebenskompetenzen entwickelt.
Die Vorstandsmitglieder planen, organisieren die Ressourcen, damit die erforderliche Betreuungsqualität geleistet werden kann. Die Heimleitung wird durch die Vorstandmitglieder / Vorstandssitzungen in der Erfüllung ihrer Führungsaufgabe gesichert.

 
 

1. Pädagogischer Ansatz und Bild vom Kind

Pädagogischer Ansatz und Bild vom Kind

Im Tagesheim St. Leonhard steht das Kind mit seinem Streben nach Selbstverwirklichung (Autonomie) und ein anerkanntes Mitglied der Gemeinschaft zu sein im Mittelpunkt.

Jedes Kind wird so angenommen, wie es ist.

Die Entwicklung einer selbstbestimmten und unverwechselbaren Persönlichkeit wird unterstützt und gefördert.

Wir gehen davon aus, dass jedes Kind das Bedürfnis und Möglichkeiten hat seine Fertigkeiten, Fähigkeiten, Erkenntnisse und Wissen, Einstellung und Haltung zu entfalten und auszuschöpfen.

Damit das Kind sich erfolgreich entwickeln kann, bieten wir eine Atmosphäre, in der sich das Kind wohl und geborgen fühlen kann.

1.1 Pädagogische Grundsätze

  • Im Tagesheim St. Leonhard richtet sich die alltägliche Betreuung nach den Bedürfnissen und den Ressourcen der Kinder.
  • Wir bieten den Kindern eine verlässliche Beziehung an und begegnen ihnen mit Feinfühligkeit.
  • Die Betreuerinnen und Betreuer handeln nach den Grundsätzen des demokratischen Erziehungsstils.
  • Das Streben nach Autonomie und das erfolgreiche und befriedigende Zusammenleben in der Gemeinschaft bestimmen die Betreuungsziele.
  • Nähe und Distanz in der zwischenmenschlichen Beziehung sind Bedürfnisdimensionen des Menschen. Das Kind wird in der Regulierung des Wohlbefindens unterstützt und gefördert.
    • Bindung: Bewusste Entscheidung für Nähe und für Distanz.
    • Selbstbestimmung: Bewusste Entscheidung für Sicherheit und für Freiheit.
    • Selbstwert: Bewusste Entscheidung zwischen dem Bedürfnis nach individuellen Interessen und Zugehörigkeit zur Gemeinschaft.
  • Die Entwicklung der Selbsteinschätzung, Selbstverwirklichung und einüben von Sozialverhalten bestimmen unsere Betreuungsangebote.
  • Die Kinder sollen sich bei uns körperlich, geistig und seelisch ausgeglichen und gesund entwickeln können (Selbstaktualisierung).
  • Wir pflegen eine konstruktive Kommunikation. Im Dialog wird den Kindern die an sie herangetragenen Aufgaben und Massnahmen erklärt, einsichtig gemacht und begründet. Fehler, Konflikte und Probleme sehen wir als menschliche Eigenschaften, die wir als Lernchance nutzen.
  • Alle Kinder sollen am Zusammenleben teilhaben (Partizipation). Daher sollen die Kinder ihrem Entwicklungsstand entsprechend, wenn immer mögliche im Alltag mitentscheiden, mitwissen, mittun und miterleben.
  • Wir unterstützen die Sexualentwicklung der Kinder, in dem wir die Entwicklung der Selbstbestimmung / die Selbstverantwortung der Kinder unterstützen und fördern.
  • Wir unterstützen die Kinder, damit sie ein positives Gefühl für den eigenen Körper und die Signale, die er aussendet, entwickeln können. Dazu gehört im Kindergartenalter auch das kindliche «Doktorspiel».
  • Wir unterstützen die Entwicklung von Mitgefühl, Wertschätzung und Selbstvertrauen.
  • Kinder unterstützen ein Gespür für die eigene Schamgrenze und die der anderen zu entwickeln, zu erkennen und zu respektieren. Den Erwerb von sexuellen Informationen und das Erlernen körperlicher Bedürfnisse entsprechend dem aktuellen Entwicklungsstand.
  • Im Sinn des Gender-Mainstreaming, dem Gleichstellungsaspekt, unterstützen wir die Entwicklung einer geschlechtsbewussten Entwicklung.

1.2 Förderung der Kompetenzen

Wir unterstützen, fördern und fordern die Kinder in Ihrer Entwicklung.

„Erkläre mir, und ich vergesse.
Zeige mir, und ich erinnere.
Lass es mich tun, und ich verstehe“
Konfuzius

1.2.1 Selbstkompetenz, Selbstverantwortung und Selbstbestimmung

Da die Erfahrung der eigenen Kompetenz das Selbstvertrauen und die Selbständigkeit stärkt, fokussieren wir die individuellen Ressourcen des Kindes und fördern gezielt, was es gut kann und wofür es sich interessiert.

Das Kind darf, so weit wie möglich, alles selbst ausprobieren und seinem Alter entsprechende Aufgaben selbständig lösen. Kinder sind Forscher, Entdecker und Akteure ihrer eigenen Entwicklungsprozesse in ihrem eigenen Entwicklungstempo. Wir unterstützen das Kind dabei und helfen, wenn nötig. Wir bieten dem Kind eine ausgewogene Mischung aus Freispiel einerseits und aus spontanen, geplanten, geführten, alters- und entwicklungsspezifischen Aktivitäten andererseits. Der Betreuungsalltag muss den Rahmen bieten, der die Entwicklung der Selbstwirksamkeit unterstützt und fördert. Die Kinder sollen in der Ausbildung der folgenden Glaubenssysteme unterstützt werden:

  • Ich bin wertvoll
  • Ich werde erkannt
  • Ich bin kompetent
  • Ich trage Verantwortung

1.2.2 Sozialkompetenz – soziale Einstellung und Haltung

Wir unterstützen die Sozialisierung und Integration des Kindes in die Gemeinschaft, fördern die Entwicklung seiner Persönlichkeit und achten auf seine Individualität. Der Kontakt unter den Kindern der Gruppen findet spontan oder durch gruppenübergreifende Angebote statt. Es ist für das Kind wichtig, gute und tragende Beziehungen zu den Erzieherinnen und den anderen Kindern aufzubauen. Dadurch kann es genügend Vertrauen entwickeln, um seine Bedürfnisse zu äussern und mitverantwortlich zu verhalten. Wir unterstützen die Entwicklung einer wertschätzenden und einfühlsamen Grundhaltung gegenüber allen Menschen und der Mitwelt.

1.2.3 Sachkompetenz – lebenspraktische Kompetenz, Weltverständnis, Erkenntnisse und Wissen

Wir unterstützen die neugierige, fragende und lernfreudige Haltung des Kindes und schaffen eine Umgebung, in der das Kind experimentieren und eine sinnliche und emotionale Beziehung zur Umwelt aufbauen kann. Darin sehen wir eine wichtige Voraussetzung für das Begreifen und Verstehen der Umwelt sowie für den Erwerb von vielfältigen Fertigkeiten und Kenntnissen.

2. Verhaltenskodex für die Mitarbeitenden

Die Betreuungsarbeit wird auf der Basis des Verhaltenskodex Tagesheim St. Leonhard durchgeführt.

3. Sicherheit, Prävention und Schutz

Die Betreuungsarbeit wird mit Berücksichtigung des Konzepts Sicherheit, Prävention und Schutz Tagesheim St. Leonhard durchgeführt.

4. Anmeldung und Eintritt

Anmeldung und Eintritt

Um eine optimale Voraussetzung für eine erfolgreiche und bedürfnisorientierte Betreuung zu schaffen, hat die Gestaltung des Eintritts eine besondere Bedeutung.

Die familiären Bedürfnisse und das Betreuungsangebot müssen im Wesentlichen übereinstimmen.

4.1 Bedingungen für die Aufnahme

  • Aufnahmealter: 3 Monate bis 9 Jahren (Ende dritte Klasse) für die Tagesbetreuung

4.2 Besichtigung

  • Führung durch das Tagesheim
  • Erklärung und Info über das Angebot des Tagesheims

4.3 Anmeldung

  • Die Eltern melden das Kind direkt im Tagesheim St. Leonard an. In einem Gespräch, Heimleitung und Eltern, wird eine mögliche Aufnahme geklärt.

4.4 Ablauf Aufnahme im Tagesheim St. Leonard

  • Erstgespräch
  • Erstkontakt mit dem Kind
  • Eintrittsgestaltung / Eingewöhnung vereinbaren

4.5 Bedeutung und Organisation der Eingewöhnung

Die Eingewöhnung und der Übergang in das Tagesheim. Der Neuanfang auf der einen Seite – und der Abschied auf der anderen Seite. Doch auch wenn es so scheint, sind diese beiden Begriffe keine Gegensätze, sondern gehen vielmehr Hand in Hand.In einem Übergang verändert sich die Rolle und Identität eines Kindes. Übergänge sind

Schlüsselsituationen für die individuelle Entwicklung und die Bildungslaufbahn von Kindern. Diese Phase muss sehr sensibel begleitet werden und verläuft sehr individuell.

Während der Eingewöhnung in das Tagesheim öffnen sich für alle Beteiligten neue Perspektiven und Chancen zur Weiterentwicklung. Rolle und Identität verändern sich. So werden die Kinder zu Kitakindern und deren Eltern werden zu Kitaeltern...

4.5.1 Eingewöhnungskonzept Tagesheim St. Leonhard

In den ersten Wochen soll allen Beteiligten, vor allem den Kindern, die Möglichkeit gegeben werden, behutsam und allmählich in die neue Situation hineinzuwachsen. In der Regel zwei Wochen. Dabei orientieren wir uns an den Richtlinien der Fachstelle der Tagesbetreuung (ED).
Eine sorgfältig gestaltete Eingewöhnungszeit schafft die Grundlage für eine optimale Entfaltung des Kindes im Tagesheim. Es gibt viel Neues zu entdecken und kennen zu lernen. Dies braucht seine Zeit. Die Eingewöhnungsdauer hängt vom Kind, den Eltern sowie der Lebens- und Entwicklungs-situation ab.
In Absprache mit den Eltern wird die Eingewöhnungsphase für jedes Kind individuell gestaltet. Zu Beginn der Eingewöhnung bleiben die Eltern passiv in der Gruppe. Sobald die Kinder der neuen Situation gewachsen sind, verlassen die Eltern die Gruppe Schritt für Schritt.
Das Ziel einer bewussten Gestaltung der Eingewöhnung besteht darin, allen Beteiligten die Möglichkeit zu geben, die neue Situation aktiv mitzugestalten und sich gegenseitig verstehen zu lernen. Wir nehmen Bedürfnisse der Kinder und Eltern stets wahr und betrachten diese als Anhaltspunkt, um die Eingewöhnung schonend und erfolgreich zu gestalten.
Wir schätzen einen offenen, kooperativen und wohlwollenden Umgang mit den Eltern, was sich auch beruhigend auf das Kind auswirkt. Das Bedürfnis nach einer verlässlichen Betreuungsumgebung wird damit entsprochen.
Mit diesem Vorgehen wollen wir die Bindungsfähigkeit der Kinder stärken.

4.5.2 Ablauf / Phasen der Eingewöhnung

Vorbereitungsphase:
Die Vorbereitungsphase startet mit der Besichtigung der Institution, die Eltern vereinbaren einen unverbindlichen Termin zur Besichtigung der Institution. Diese Besichtigungen werden von der Tagesheimleitung oder deren Stellvertretung durchgeführt. Hierbei werden den Eltern die Räumlichkeiten und deren Nutzung erläutert. Die Eltern erhalten einen kurzen Einblick über die Tagesgestaltungen in der Institution. Nach der Besichtigung findet ein kurzer Austausch zwischen Tagesheimleitung und Eltern statt, hierbei werden die nötigen Daten von Seiten der Eltern erfasst (Betreuungstage, Finanzierung), Informationsaustausch betreffend Öffnungs- und Schliesstagen, Besonderes und bis dahin offene Fragen zu klären.
Die Tagesheimleitung erläutert den Prozess der Eingewöhnung und wie dieser in der Institution stattfindet.

Kennenlernphase:
Wenn die Formellen Formalitäten geklärt sind, vereinbart die Tagesheimleitung einen Termin für das sogenannte ,,Eintrittsgespräch’’. In diesem Gespräch werden bereits erste Informationen ausgetauscht (Ess- und Schlafgewohnheiten etc.) Mit den Eltern zusammen wird der genaue Ablauf der Eingewöhnung besprochen, dabei werden Wünsche, Fragen, Unsicherheiten, Vorbehalte und eventuelle Ängste aufgefangen und geklärt. Ziel ist es, dass wir die Bedürfnisse des Kindes und der Familie kennen-lernen, um die Eingewöhnung bestmöglich planen zu können. An diesem Treffen werden die ersten Daten der Eingewöhnung vereinbart und die Familie lernt die zuständigen Erzieher: in kennen. Die jeweilige Gruppe / Bezugsperson erhält von der Tagesheimleitung ein Steckbrief mit den wichtigen erst Informationen zu der Familie / Kind (Name Eltern/Kind, Betreuungstage, Geb. Datum und den Telefonnummern).

Dokumentation während der Eingewöhnung:
Während dem Eintrittsgespräch füllen die Eltern unser internes Anmeldungsblatt aus, hier werden schon wichtige Informationen ausgetauscht betreffend Notfallnummern, allfällige Allergien oder Unverträglichkeiten des Kindes. Die zuständige Leitung teilt das Blatt der Erziehr:in welche für die Eingewöhnung zuständig ist, aus.
Ein sogenanntes „Eingewöhnungsblatt“ ist für jede Gruppe eingerichtet und enthält sämtliche Daten bezüglich Schlafverhalten, Essgewohnheiten, Vorlieben usw. Das Blatt wird in den zuständigen Ordner abgelegt, wo jedes Teammitglied Zugriff hat und sich mit den nötigen Informationen auseinander-setzten, kann.

Individuelle Eingewöhnungsphase:
Wir rechnen mit einer Zeitspanne von 2 Wochen. (Allerdings wird hier die familiäre Situation berücksichtigt). Während der Eingewöhnung geht es nicht darum, das Kind möglichst schnell an die neue Situation anzupassen, sondern um ihm und den Eltern positive (Lern-) Erfahrungen zu ermöglichen. In der ersten Woche gestalten sich die Eingewöhnungstage in einem zeitlichen Rahmen von 1 ½ bis 3 Stunden. In der ersten Woche findet dies jeden Tag statt, zu unterschiedlichen Zeiten. In der zweiten Woche ist das Ziel das Kind in die Gruppe zu integrieren und die verschiedenen Abläufe kennen zu lernen. In der zweiten Woche findet dies ebenfalls jeden Tag statt, das Ziel besteht darin das, dass Kind einen ganzen Tag in der Kita verbringt. Somit steigert sich die zeitliche Dauer in der zweiten Woche
Der erste Tag startet mit dem gegenseitigen Kennenlernen zwischen Bezugsperson und Familie. Die Bezugsperson erläutert nochmals die Phasen/Ablauf der Eingewöhnung. Die Bezugsperson zeigt der Familie die Vorbereiteten Sachen (beschrifteter Kleiderspint, Trinkflasche etc.). Die jeweiligen Gruppen haben ein Eingewöhnungsblatt, wo die wichtigen Informationen aufgeschrieben werden (Besonderheiten, hier wird individuell (Altersentsprechend) begutachtet, ob beim ersten Kita Besuch schon Kinder aus der bestehenden Gruppe miteinbezogen werden. Die Bezugsperson kann sich hier genügend Zeit nehmen um der Familie die gängigen Gruppenrituale, Alltagsplanung etc. zu erläutern. Das Gruppenteam wird der Familie vorgestellt, hält sich in dieser Phase jedoch noch im Hintergrund.
Am zweiten Tag geht es um die Beziehungsgestaltung, welche Aktivitäten bevorzugt das eingewöhnte Kind? Man stellt verschiedene Utensilien zur Verfügung und lädt das Kind dazu ein. Die Eltern sind in diesem Zeitraum eng involviert.
Dies verläuft so weiter bis Tag vier an diesem Tag wird, wenn dies möglich ist ein erster Trennungsversuch nach gemeinsamen beisammen sein von ungefähr 30 Min. – 1 Stunde versucht. Hier wird auf die Bedürfnisse der Eltern/Kind geachtet. Verläuft diese gut, werden die Trennungen an den folgenden Eingewöhnungsterminen schrittweise verlängert. Beim Trennungsversuch sind die Eltern in unmittelbarer Nähe und telefonisch erreichbar. Die jeweilige Gruppe ist ebenfalls per Gruppentelefon erreichbar – es steht den Eltern jederzeit zu einem telefonischen Update zu verlangen.
Am fünften Tag wird dies wiederholt, diesmal in einem Zeitraum von ungefähr 1 – 1 ½ Stunden.
In der zweiten Woche verkürzen sich die Sequenzen vom gemeinsamen beisammen sein der Eltern, dass Ziel ist es eine wohlwollende Umgebung für Kind und Eltern zu schaffen und somit das Fundament zu bilden für eine sichere Bindung. Es wird darauf geachtet, dass das Kind verschiedene Sequenzen des Tages bei uns erlebt. (Essen, schlafen, spielen etc), ebenso das im Verlauf der Eingewöhnung eine zweite Bezugsperson miteinbezogen wird. Dies ist wichtig, um Vertrautheit für das Kind und die Eltern bei allfälligen Ausfällen zu gewährleisten.
In dieser Phase wird auch viel mit Ritualen gearbeitet (Begrüssung/Verabschiedungsritual, Morgenkreis uvm.).
Am letzten Tag ist das Ziel das, dass Kind einen Tag allein ohne Elternteil in der Kita verbringen kann. Dies wird durch die verschiedenen Phasen der Eingewöhnung gewährleistet, in dem das Kind in die verschiedenen Alltagssituationen hineingeführt wird.
Wenn das Kind nach zwei Wochen noch nicht eingewöhnt ist, (es lässt sich bei der Trennung kaum trösten und das Weinen hält sehr lange an, oder das Kind reagiert im Verlaufe des Tages immer wieder starkem Weinen und lässt sich kaum trösten), wird mit den Eltern zusammen eine Lösung gesucht, um die Eingewöhnungszeit zu verlängern.
Ziel ist eine individuelle bedürfnisorientierte Eingewöhnung, bei der Vertrauen und Sicherheit zwischen Kind, Familie und Kita weiter aufgebaut werden

Abschlussphase:
Bis das Kind sich vollständig in der Kita eingelebt und eingewöhnt hat, vergehen noch einige Wochen. Nach der individuellen Eingewöhnungsphase ist es aber so weit, dass es den Tag sicher und gut aufgehoben in der Kita verbringen kann.
Nach dem das Kind eingewöhnt ist, bleibt die Betreuerin in einem engen Austausch mit den Eltern.

5. Rhythmisierung des Alltags

Im Alltag bieten wir feste Zeiten und Rituale an, die den Kindern Sicherheit und Orientierung bieten sollen.

Dazu gehören

  • Die bewusst gestaltete Begrüssung am Morgen und der Abschied am Ende der Betreuungszeit.
  • Die Mahlzeiten Z’Morgen, Mittagessen, Z’Vieri
  • Zeiten der Aktivitäten und Ruhezeiten

5.1 Die Alltagsgestaltung ist auf folgende Schwerpunkte ausgerichtet:

ZEITSTRUUKTUR IM TAGESHEIM ST.LEONARD
  • Bewegung in der Natur unter naturpädagogischen Gesichtspunkten:
    Dabei geht es um einen respektvollen Umgang mit der Natur sowie um das Erleben und Nutzen von Spiel- und Forschungsmöglichkeiten.
  • Freispiel als fester Bestandteil des Alltags:
    Das Freispiel nimmt im Tagesheim St. Leonhard einen zentralen Platz in unserer Betreuungsstruktur ein. Es ermöglicht den Kindern, ihre Kreativität auszuleben, Eigeninitiative zu entwickeln, soziale Kontakte zu knüpfen und ihren individuellen Interessen nachzugehen. Im Tagesverlauf schaffen wir gezielte Freispielsequenzen – sowohl angeleitet als auch frei. Diese Phasen sind bedürfnisorientiert gestaltet und orientieren sich an den aktuellen Wünschen und Interessen der Kinder. Teilweise stellen wir ausgewählte Spielmaterialien zur Verfügung, die Impulse setzen oder zur Auseinandersetzung mit bestimmten Themen anregen. Gleichzeitig lassen wir bewusst Raum für selbstbestimmte Spielentscheidungen und kreative Prozesse der Kinder. Unsere Einrichtung ist bewusst so gestaltet, dass die Kinder jederzeit freien Zugang zu den Spielmaterialien haben. Dadurch können sie selbstbestimmt wählen, was und womit sie spielen möchten, und lernen gleichzeitig, Verantwortung für ihr Tun und den Umgang mit Materialien zu übernehmen. Kindergarten- und Schulkinder haben während der Betreuungszeiten die Möglichkeit, sich innerhalb der für sie zugänglichen Räume frei zu bewegen und eigenständig zu entscheiden, wo, mit wem und womit sie spielen möchten. Diese Freiheit stärkt ihr Verantwortungsgefühl und fördert ihre Selbstständigkeit. Ein fester Bestandteil unseres Tagesablaufs ist zudem das tägliche Freispiel ab 16:30 Uhr. Diese Zeit ist bewusst dafür reserviert, den Kindern nochmals einen freien, entspannten Rahmen zu bieten, um den Tag nach ihren eigenen Bedürfnissen und Vorstellungen ausklingen zu lassen. Wir verstehen Freispiel als wertvollen pädagogischen Raum, in dem Kinder sich individuell entfalten, Kompetenzen erwerben und soziale Erfahrungen sammeln können. Dabei stehen stets das Wohl und die Bedürfnisse der Kinder im Mittelpunkt.
  • Fördereinheiten in verschiedenen Entwicklungsbereichen:
    Aufgrund von Beobachtungen im Alltag werden Aktivitäten geplant, die die Entwicklung gezielt unterstützen und fördern. Dies umfasst u.a. Sprachförderung, Sozialkompetenz, individuelle Fähigkeiten, Kreativität, schulische Anforderungen, Bewegung, Umgang mit dem eigenen Körper, Ernährung und Mitverantwortung. Wir gestalten bewusst Sequenzen mit unterschiedlichen Schwerpunkten: Am Vormittag finden mit der Morgenkindergruppe (Kleinkinder und Babys) gezielte Förderangebote, Aktivitäten und Ausflüge statt. Am Nachmittag liegt der Fokus auf der Kindergarten- und Schülergruppe, die eigene Projekte, Bewegungsangebote oder themenspezifische Aktivitäten wahrnimmt. Dadurch stellen wir sicher, dass die Kinder ihrem jeweiligen Entwicklungsstand entsprechend begleitet und gefördert werden.
  • Gruppenstruktur und individuelle Förderung:
    Unsere Kita ist in drei Gruppen gegliedert: zwei altersgemischte Gruppen (ab ca. einem Jahr) sowie eine Babygruppe für die Jüngsten. Diese Struktur ermöglicht uns, die Kinder ihrem Entwicklungsstand entsprechend zu begleiten und gezielt auf ihre Bedürfnisse einzugehen.
    In den altersgemischten Gruppen profitieren die Kinder voneinander: Jüngere orientieren sich an den Älteren, während ältere Kinder Verantwortung übernehmen und ihre sozialen Kompetenzen stärken. Die Babygruppe bietet einen geschützten Rahmen, in dem die Kleinsten in ihrem eigenen Tempo ankommen, entdecken und wachsen können.
    Auf Wunsch der Eltern und sofern es organisatorisch möglich ist, können Geschwister gemeinsam in derselben Gruppe betreut werden. Dies gibt den Kindern Sicherheit und Geborgenheit und unterstützt die Familienfreundlichkeit unserer Einrichtung. Wir achten in allen Gruppen besonders darauf, die spezifischen Bedürfnisse der Kinder zu berücksichtigen – sei es in der Planung von Aktivitäten, bei Ausflügen oder in der gezielten Förderung einzelner Entwicklungsbereiche.
    Hinweis zur Sprachförderung
    Wir arbeiten mit einem individuellen Sprachförderungskonzept, dass die sprachliche Entwicklung jedes Kindes gezielt und alltagsintegriert unterstützt.
  • Raum für Kreativität:
    Die Kinder haben jederzeit Zugang zu unseren Gruppenräumen und zum Spielgarten. Diese sind so gestaltet, dass die Kinder frei auf Materialien und Spielutensilien zugreifen können. Dadurch wird ihre Eigeninitiative gestärkt und sie haben die Möglichkeit, ihre Ideen spontan umzusetzen. So können sie sich in vielfältigen Formen kreativ entfalten und ihre schöpferischen Fähigkeiten weiterentwickeln.
  • Gemeinsame Aktionen mit Eltern:
    Wir gestalten regelmässig gemeinsame Aktivitäten mit den Eltern zu bestimmten Themen, z. B. Bastelangebote zu Anlässen wie Weihnachten.

5.2 Betreuungsqualität und deren Sicherstellung

Die Qualität der Betreuung in unserer Kita basiert auf einem systematischen, kontinuierlichen Entwicklungs- und Reflexionsprozess. Dabei achten wir darauf, dass sowohl die pädagogische Arbeit mit den Kindern als auch die Zusammenarbeit im Team laufend überprüft und weiterentwickelt wird. Unsere Qualitätsstandards umfassen folgende Bereiche:

1. Laufende fachliche Weiterentwicklung des Teams

Jährliche Teamweiterbildungen
Das gesamte Team nimmt regelmässig an Fort- und Weiterbildungen teil. Diese umfassen:

  • Zwei pädagogische Weiterbildungstage zu zentralen Themen wie frühkindliche Entwicklung, Bindung und Beziehung, Partizipation, Sprachförderung oder kindgerechte Entwicklungsbegleitung, aktuelle Themen im Alltag.
  • Zwei Teamentwicklungs- und Supervisionseinheiten zur Stärkung der Zusammenarbeit, Reflexion des pädagogischen Handelns sowie zur Förderung einer wertschätzenden, professionellen Teamkultur.

Die Inhalte aus Weiterbildungen und Supervisionen werden im Alltag angewendet und in Teamsitzungen reflektiert, um nachhaltige Qualitätsentwicklungen sicherzustellen.

2. Dokumentation und Reflexion der pädagogischen Arbeit

  • Beobachtungen im Alltag werden regelmässig festgehalten und dienen als Grundlage für Planung, Entwicklungsbegleitung und Gespräche mit Eltern.
  • Ergebnisse aus Teamgesprächen, Supervisionen und Auswertungen werden schriftlich festgehalten und bilden einen wichtigen Bestandteil der internen Qualitätsdokumentation.
  • Die pädagogischen Standards und Abläufe werden in regelmässigen Abständen überprüft und bei Bedarf angepasst, sodass eine kontinuierliche Weiterentwicklung gewährleistet ist.

3. Transparente Zusammenarbeit mit den Eltern

  • Eltern erhalten Einblick in unsere pädagogische Arbeit und Qualitätsprozesse – sei es im Alltag, im Austausch beim Bringen und Abholen oder in Entwicklungsgesprächen.
  • Rückmeldungen und Anliegen der Eltern werden ernst genommen, dokumentiert und in die Weiterentwicklung der pädagogischen Arbeit einbezogen.
  • Die Tagesheimleitung steht den Eltern für Anliegen zur Verfügung und begleitet den Qualitätsprozess aktiv.

4. Zielgerichtete pädagogische Planung

  • Auf Basis der Beobachtungen und Reflexionen werden Entwicklungsziele und pädagogische Schwerpunkte geplant, umgesetzt und regelmässig überprüft.
  • Dadurch entsteht ein strukturierter, zielorientierter Prozess, der den individuellen Bedürfnissen der Kinder gerecht wird und gleichzeitig die pädagogische Qualität hochhält.

6. Zusammenarbeit mit den Eltern / Familien

Zusammenarbeit mit den Eltern / Familien

6.1 Gemeinsam die erfolgreiche Entwicklung gestalten

Familien und das Tagesheim sind gemeinsam für das Wohl der Kinder verantwortlich. Sie prägen beide die kindliche Entwicklung in entscheidendem Masse. Familie und das Tagesheim sind prägende Lebenswelten von Kindern. Das Verhältnis der beiden Lebenswelten (Sozialisationsfelder) zueinander kann in der Realität unterschiedliche Formen annehmen. Wir orientieren uns in der alltäglichen Betreuungsarbeit am zentralen Wunsch der Eltern, dass sich die Betreuung im Tagesheim an der Lebenssituation und den Bedürfnissen ihres Kindes ausrichtet: Sein Wohl soll im Mittelpunkt stehen.

Um die gemeinsame Betreuungsarbeit erfolgreich gestalten zu können vereinbaren wir regelmässige Gespräche.

Daneben gibt es vom Tagesheim strukturierte gemeinsame Begegnungen.

6.2 Ferienplanung der Familie

Bitte teilen Sie uns so früh wie möglich mit, wann Ihr Kind in die Ferien geht. In den regulären Schulferien erstellen die Gruppen einen Ferienplan wo sich die Eltern eintragen können. Dies dient der frühzeitigen Organisation.

6.3 Entwicklungsgespräche

Einmal im Jahr führen wir mit den Eltern ein Gespräch über den Stand der Entwicklung des Kindes durch. Bei Bedarf werden weitere Entwicklungsgespräche durchgeführt.

Inhalt der Entwicklungsgespräche

  1. Feststellung des Entwicklungsstandes
    Auf der Grundlage von Beobachtungen sowie der Einschätzungen und Informationen der Betreuungspersonen und der Eltern wird der aktuelle Entwicklungsstand des Kindes gemeinsam besprochen.
  2. Austausch mit den Eltern
    Feedback der Eltern wird aktiv aufgenommen. Zudem werden Fragen, Anliegen und Wünsche der Eltern, die für die erfolgreiche Entwicklung des Kindes oder den Alltag in der Kita relevant sind, ernst genommen und gemeinsam besprochen.
    Die Tagesheimleitung ist bei den Feedback Rückmeldungen anwesend, um Anliegen direkt entgegenzunehmen und zu begleiten.
  3. Festhalten von nächsten Schritten und Zielen
    Im Anschluss werden gemeinsam vereinbarte nächste Schritte und Entwicklungsziele dokumentiert, um das Kind bestmöglich unterstützen zu können.  

7. Bring – und Holzeit

Bring – und Holzeit
  • Bringzeit am Morgen: 06:30 bis 09:00 Uhr
  • Bring– und Holzeit am Mittag: 11.00 (wird Vertraglich festgehalten, wenn eine Bring/Abholzeit ab 11:00 Uhr gewünscht wird, ansonsten ab 11:30 Uhr) - 12:00; 13:30 - 14.00 Uhr
  • Holzeit: 15.45 – 16.00 Uhr und 16.30 bis 18:30 Uhr.
  • Oder nach individueller Absprache.

Um den Betrieb des Tagesheims und die Kindergruppe nicht unnötig zu stören, sind während des Tages keine weiteren Bring- und Holzeiten vorgesehen.

7.1 Tür – und Angelgespräche

Das Tür- und Angelgespräch ist ein kurzer Informationsaustausch zwischen Eltern und Erzieherinnen. Es ist meist nicht planbar und kann sowohl von den Eltern wie auch vom pädagogischen Fachpersonal initiiert werden.

Das Tür- und Angelgespräch bietet die Möglichkeit, zu den gegenseitigen situationsorientierten Informationen und zum Austausch über Themen wie: - Erfolge, - Befindlichkeit, - Gesundheit - Probleme/Konflikte, - Fragen, - Absprachen bezüglich Abholens / Veränderungen, usw.

Das Tür- und Angelgespräch stärkt und festigt die Erziehungspartnerschaft und ist daher ein wichtiger Bestandteil unserer pädagogischen Arbeit. Es findet in der Bring- und Abholzeit des Kindes, während der Arbeitszeit der Erzieherin/des Erziehers statt. Das Tür- und Angelgespräch sollte möglichst nur von einer Erzieherin geführt werden. Sollte das Gespräch aus gegebenem Anlass länger als ca. 5 Minuten dauern, besteht die Möglichkeit durch die Erzieherin/den Erzieher das Gespräch an dieser Stelle zu beenden und einen Termin für ein ausführliches Gespräch zu vereinbaren.

Für diese ausführlicheren Gespräche wird eine Aktennotiz angefertigt.

7.2 Übergänge erfolgreich bewältigen – Eintritt / Eingewöhnung, Übertritt, Austritt

Die erfolgreiche Entwicklung der Selbstkompetenz, Selbstverantwortung und Selbstbestimmung, siehe oben Punkt 1.2.1 bildet die Basis für die Bewältigung von Übergängen.

Ziele erfolgreicher Übergangsbewältigung
Ziel ist es, dass der Mensch Übergänge auf drei verschiedenen Ebenen bewältigen lernt

Die individuelle Ebene
Damit ist jeder Einzelne gemeint, das eigene Selbstbild, die eigene Identität durch einen neuen Status zu verändern.

Die interaktionale Ebene
Die Ebene bezieht sich auf Beziehungen. Es geht um Veränderung, Verlust, Ausweitung oder Reorganisation von Beziehungen (z.B. Freunde aus dem Tagesheim sind nicht mehr da, neue Freunde im Kindergarten / in der Schule kommen hinzu).

Kennenlernen der Nachfolgenden neuen Betreuungssituation
Bei Eintritt in den Kindergarten oder in die Schule können Eltern und Fachpersonen Vorgängig einen Besuch / Schnuppertag usw. mit der neuen Institution / neuen Bezugsperson vereinbaren. So können Unsicherheiten vermindert werden

Die kontextuelle Ebene
Diese Ebene bezieht sich auf die Bewältigung der Lebensumwelten wie Trennung der Eltern oder die Geburt eines Geschwisterkindes.

Jedes Kind bewältigt Übergänge in eigenem Tempo
Die Bewältigung kann die persönliche Entwicklung vorantreiben oder erschweren (Freude,
Neugier als auch Verunsicherung und Ängste können entstehen)
Die Bewältigung ist abhängig vom Temperament, von bisherigen Erfahrungen und der psychischen Widerstandsfähigkeit, der mit Neuem, Unbekanntem umzugehen.
Bezugspersonen und Erwachsene tragen die Verantwortung für das Gelingen der Übergänge. Eltern müssen ihr Kind dabei unterstützen

Übergänge sind immer erst dann beendet, wenn Kinder sich wohlfühlen, wenn länger anhaltende Probleme nicht mehr auftreten.
Kinder müssen erfahren, dass Übergänge keine Belastung, sondern eine neue Chance für das Leben bieten.

Hilfen & Unterstützung der Übergänge

  • Übergänge zu begleiten und zu moderieren hat oberste Priorität
  • Eine Möglichkeit ist das Schaffen von gemeinsamen Aktivitäten oder Schnuppertagen
  • Eine intensive Kooperation und ein Informationsaustausch mit Eltern ist besonders wichtig (Ziele werden gemeinsam festgelegt und Herausforderungen thematisiert)

8. Gesundheit, Bewegung, Ernährung und Pflege

Gesundheit, Bewegung, Ernährung und Pflege

8.1 Ernährung und Essen

Ein genussvolles, ausgewogenes, nachhaltiges und entspanntes Mittagessen ist wichtig für Körper und Geist. Beim Mittagessen tanken Kinder Energie für die Herausforderungen des Alltags und erlernen wertvolle Gewohnheiten, welche die Gesundheit fördern. Gleichzeitig tragen Tagesstrukturen für Kinder dazu bei, soziale und persönliche Kompetenzen zu entwickeln und zu festigen.

Wir beschäftigen eine/n Köchin / Koch. Damit stellen wir sicher, dass die Kinder einen gesunden Bezug zum Essen entwickeln können und auch partizipativ Ideen und Wünsche eingeben dürfen. Wir achten auf eine gesunde, abwechslungsreiche Ernährung. Die Lebensmittel sollen vorwiegend saisonale und regionale Kriterien erfüllen.

8.2 Bewegung und Ernährung

Bewegung und Ernährung sind wichtige Säulen der Gesundheitsförderung und zentrale Themen im Alltag der Kindertagesstätten (Kitas). Die Bewegungs- und Wahrnehmungserfahrungen der ersten Lebensjahre sind nicht nur eng verknüpft mit der motorischen und sensorischen Entwicklung, sondern auch mit weiteren zentralen Entwicklungsbereichen wie Wahrnehmungsentwicklung, emotionale Entwicklung, Lern- und Konzentrationsfähigkeiten.

8.3 Verpflegung

Im Tagesheim werden folgende Mahlzeiten abgegeben:

  • Frühstück für diejenigen Kinder, die zwischen 7.30 und 8.30 Uhr in das Tagesheim kommen
  • Mittagessen
  • Zvieri
  • Früchte und Tee stehen immer zur Verfügung.

8.3.1 Individuelle Absprachen

In Absprache mit der für das Kind zuständigen Betreuungsperson können, in einem bestimmten Rahmen, wenn wir es leisten können, individuelle Wünsche berücksichtigt werden: z.B. Allergien, Vegetarier, religiöse Vorgaben, usw.

8.4 Bewegung

Wir sorgen dafür, dass sich das Kind, wenn immer möglich, täglich draussen aufhält.

Grundsätzlich umfasst jedes menschliche Verhalten motorische, emotionale und kognitive Aspekte und in der Säuglings- und Kleinkinderzeit ist Bewegung das wichtigste Mittel, um Erfahrungen über die eigene Person, aber auch die soziale, räumliche und dingliche Umwelt zu gewinnen.

  • Die Innen- und Aussenräume der Kindertagesstätten sind bewegungsfreundlich ausgestattet und ausgestaltet. 
  • Die ErzieherInnen sorgen dafür, dass altersgerechte und ausreichende Bewegung für alle Kinder ein integraler Bestandteil im Betreuungsalltag ist.
  • Die ErzieherInnen kennen die motorische Entwicklung im Säuglings- und Vorschulalter und Wissen über die nachhaltige Wirkung von Bewegung auf die Gesamtentwicklung des Kindes Bescheid.

8.5 Hygiene

Hygiene ist als fester Bestandteil der Gesundheitserziehung in das ganzheitliche pädagogische Konzept des Tagesheimes, um nachhaltig wirksam und damit wirklich erfolgreich zu sein. Das Hygiene-Konzept Tagesheim St. Leonhard bildet die Grundlage.

8.6 Wickeln - Wickelzeit ist Beziehungszeit

Kinder werden von ihnen vertrauten Betreuungspersonen gewickelt. Wickeln findet in einem geschützten nicht abgeschlossenen Raum statt.

Beziehung zeigt sich durch ein intensives Miteinander und im Dialog. Das Kind ist Kooperationspartner, es nimmt aktiv an der Pflege/Wickeln teil, z.B. durch Ausstrecken des Armes beim Pullover anziehen oder beim Öffnen der Windel. Die Erzieherin/der Erzieher begleitet den gesamten Prozess mit Worten und kündigt jeden nächsten Schritt an, so dass sich das Kind darauf einstellen kann. Pflege verbal zu begleiten, heisst also, jede Tätigkeit, jedes Kleidungsstück und jedes Körperteil zu benennen. Das Kind ist direkt angesprochen, weiss was geschieht und kann sich darauf einstellen.

Eine weitere Chance von diesen Pflegesituationen liegt in der Beziehungspflege und im Dialog mit dem Kind. Durch die ständige Ansprache des Kindes beim Wickeln wird es in seiner Motivation für und Freude an Sprache gestärkt.

8.7 Bei Erkrankung der Kinder

Vorgehen

  • Bei Krankheit oder Unfall kann das Kind nicht in das Tagesheim gebracht werden. Bei Erkrankung des Kindes im Tagesheim werden die Eltern sofort benachrichtigt. Das Kind muss so bald als möglich abgeholt werden (Merkblatt Umgang mit Krankheiten im Tagesheim).
  • In Notfällen wird der Hausarzt / der Kinderarzt des betroffenen Kindes oder direkt in das Kinderspital oder das Kantonsspital / Notfall kontaktiert.
  • Allergien und andere Empfindlichkeiten sollten beim Eintritt besprochen werden. Ebenso muss die Leitung des Tagesheimes über ansteckende Krankheiten in der Familie orientiert werden.
  • Bei krankheitsbedingter Abwesenheit sowie während der Ferienzeit besteht kein Anspruch auf eine Reduktion oder Rückerstattung des Kita-Beitrages.

Siehe auch die Ausführungen im Konzept «Sicherheit, Prävention und Schutz Tagesheim St. Leonhard».

9. Zusammenleben – Partizipation und Inklusion

Zusammenleben – Partizipation und Inklusion

9.1 Partizipation – Mitbestimmung und Mitverantwortung

In der Pädagogik versteht man unter Partizipation die Einbeziehung von Kindern in alle das Zusammenleben betreffenden Ereignisse und Entscheidungsprozesse.

Die UN-Kinderrechtskonvention verankert dieses Beteiligungsrecht in Artikel 12, wonach Kinder, die fähig sind, sich eine eigene Meinung zu bilden, das Recht haben, diese in allen Angelegenheiten, die sie betreffen, frei zu äußern. Ihre Meinung ist angemessen und entsprechend ihrem Alter und ihrer Reife zu berücksichtigen. Der UN-Ausschuss für die Rechte des Kindes betont in seiner

Allgemeinen Bemerkung Nr. 12 (2009), dass dieses Recht nicht nur das Äußern einer Meinung umfasst, sondern auch die aktive Beteiligung von Kindern an Entscheidungsprozessen im Alltag.

Quelle: UN-Kinderrechtskonvention, Art. 12 (1989), UNICEF Deutschland

9.2 Gemeinschaft erleben und mitgestalten

Wir wollen als Vorbild im Umgang mit den Kindern, Eltern und Kollegen/innen sein. Wir leiten die Kinder an Entscheidungen zu treffen und ihre eigenen Interessen zu vertreten, Kompromisse einzugehen, zu erarbeiten und auch zu diskutieren. Dadurch machen die Kinder zahlreiche Erfahrungen.

Beispiele hierfür sind:

  • Selbstbewusstsein der Kinder wird gestärkt
  • Bedürfnisse in Worte fassen (Sprachkompetenz)
  • Meinung bilden / andere Meinungen tolerieren
  • Konflikte bewältigen / lösen
  • Gesprächsdisziplin zuhören / aussprechen lassen
  • Gefühle, Interessen, Wünsche, Kritik erkennen, äussern und begründen
  • Gemeinsame Entscheidungen treffen
  • Aufgaben lösen / gemeinsam oder allein
  • Verantwortung für sich und andere übernehmen

9.3 Inklusion

Der Begriff Inklusion hat seine Wurzeln im Lateinischen. Dort bedeutet das Verb includere einlassen und einschliessen, das Substantiv inclusio bedeutet Einschliessung und Einbeziehung.

In einer inklusiven Betreuungsinstitution leben Menschen mit und ohne Behinderungen, Menschen aus unterschiedlichen Kulturen von Anfang an gemeinsam zusammen.

Dies bedeutet für uns im Tagesheim St. Leonhard, in der Gemeinschaft von Kindern und Erwachsenen miteinander und voneinander zu lernen, uns in der Unterschiedlichkeit kennenzulernen und akzeptieren, Gemeinsamkeit entdecken, Spass zu haben, zu spielen, Neues kennenzulernen.

Uns ist es dabei ein Anliegen im Rahmen unserer Ressourcen

  • Kindern unterschiedlicher Kulturkreise
  • Kindern mit Entwicklungsverzögerungen
  • Kindern mit körperlicher, geistiger und seelischer Beeinträchtigung
  • Kindern mit sozialen Defiziten
  • Kindern mit Sprachauffälligkeiten

Die gleiche Entwicklungschance anzubieten. Um dies zu erreichen, gehen wir auf alle individuellen Unterschiede der Kinder ein und bieten ein differenziertes Bildungsangebot an.

 
 

Das pädagogische Konzept und Leitbild des Tagesheims St. Leonhard wurde von der Fachstelle Tagesbetreuung, Erziehungsdepartement Kanton Basel-Stadt inhaltlich geprüft und am September 2025 bewilligt.